Überwintern in Spanien: So kommen Post und Pakete sicher an

Drei, vier oder fünf Monate an der Costa Blanca, in Andalusien oder auf den Kanaren: Für viele Langzeiturlauber ist Spanien das klassische Winterziel. Wer so lange bleibt, merkt schnell, dass der Alltag nicht nur aus Strand und Tapas besteht. Rezepte müssen nachgeschickt werden, die Bank verschickt eine neue Karte, ein Ersatzteil für das Wohnmobil wird bestellt. Damit Post und Pakete zuverlässig ankommen, lohnt sich ein wenig Vorbereitung.

Post aus Deutschland: Nachsendung oder Sammeln lassen?

Die erste Entscheidung fällt vor der Abreise. Es gibt im Wesentlichen drei Wege:

  • Nachsendeauftrag ins Ausland: Die Deutsche Post bietet einen Nachsendeservice auch an Adressen im Ausland an. Das lohnt sich vor allem, wenn eine feste Unterkunft für den gesamten Aufenthalt gebucht ist.
  • Post sammeln lassen: Nachbarn oder Angehörige leeren den Briefkasten, öffnen nach Absprache wichtige Briefe und fotografieren sie. Originale werden gesammelt verschickt.
  • Digitale Kanäle: Viele Banken, Versicherungen und Behörden lassen sich auf elektronische Post umstellen. Das reduziert das Briefaufkommen deutlich.

In der Praxis kombinieren die meisten Überwinterer die zweite und dritte Variante. Wichtig: Fristen laufen auch, wenn man im Ausland ist. Ein Bescheid vom Finanzamt oder ein Schreiben der Krankenkasse sollte also zeitnah gesichtet werden.

Die richtige spanische Adresse angeben

Wer sich Pakete oder Briefe nach Spanien schicken lässt, muss die Adresse im spanischen Format angeben. Dazu gehören Straßentyp (Calle, Avenida, Urbanización), Hausnummer nach dem Straßennamen, bei Wohnungen Stockwerk und Tür, dann Postleitzahl und Ort. In Ferienanlagen und Urbanizaciones kommt es häufig vor, dass Häuser keine Hausnummer haben; dann steht „s/n“ (sin número) in der Adresse, und eine Ergänzung wie die Bungalownummer oder der Name der Anlage ist wichtig.

Ein häufiges Problem sind falsche oder unvollständige Postleitzahlen. Gerade in Küstenorten gehören Strandsiedlungen manchmal zu einer anderen Gemeinde als das Zentrum, und damit auch zu einer anderen Postleitzahl. Wer unsicher ist, kann Postleitzahl, Gemeinde und Provinz in diesem Verzeichnis abgleichen, das alle spanischen Postleitzahlen nach Provinzen und Gemeinden aufschlüsselt. Alternativ bietet die staatliche Post Correos eine eigene Postleitzahlensuche. Im Zweifel hilft auch die Rezeption oder der Vermieter.

Pakete empfangen: Wohnung, Campingplatz, Abholstation

Je nach Unterkunft gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

Unterkunft Was gut funktioniert
Ferienwohnung mit Vermieter vor Ort Zustellung an die Wohnung, Name des Vermieters als „c/o“ ergänzen
Apartmentanlage mit Rezeption Vorher fragen, ob Pakete angenommen werden
Campingplatz Viele Plätze nehmen Post an; Stellplatznummer angeben
Wohnmobil ohne festen Platz Lista de Correos oder Paketstation

Die Lista de Correos ist ein klassischer Dienst der spanischen Post: Sendungen werden an eine bestimmte Postfiliale adressiert und dort für eine begrenzte Zeit zur Abholung bereitgehalten. Abgeholt wird mit Ausweis. Für Wohnmobilisten, die von Ort zu Ort fahren, ist das eine praktische Lösung. Daneben gibt es Paketautomaten der Post (CityPaq) und Abholpunkte in Geschäften.

Sonderfall Kanaren

Die Kanarischen Inseln gehören politisch zu Spanien, aber nicht zum Mehrwertsteuergebiet der EU. Statt der spanischen Mehrwertsteuer gilt dort eine eigene Steuer, die IGIC. Für Sendungen aus Deutschland bedeutet das: Waren werden zollrechtlich wie Lieferungen in ein Drittland behandelt. Es fallen Zollformalitäten an, und Empfänger müssen gegebenenfalls Abgaben zahlen, bevor das Paket zugestellt wird. Auch Geschenksendungen unter Privatleuten brauchen eine Zollinhaltserklärung. Wer auf Teneriffa oder Gran Canaria überwintert, sollte sich deshalb gut überlegen, was wirklich nachgeschickt werden muss. Medikamente, die man regelmäßig braucht, nimmt man besser für den ganzen Aufenthalt mit.

Anmelden oder nicht?

Wer mehr als drei Monate in Spanien bleibt, sollte die Regeln zur Registrierung als EU-Bürger kennen. Für Aufenthalte über drei Monate sieht das spanische Recht eine Eintragung in das Zentralregister für Ausländer vor (Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión). Davon zu unterscheiden ist das empadronamiento, die Anmeldung bei der Gemeinde. Für reine Überwinterer, die ihren Wohnsitz in Deutschland behalten, ist die Lage nicht immer eindeutig; im Zweifel gibt das zuständige Konsulat oder eine Beratungsstelle Auskunft. Eine Anmeldung kann sich auf Steuern und Krankenversicherung auswirken und sollte deshalb nicht leichtfertig erfolgen.

Checkliste vor der Abreise

  1. Banken, Versicherungen und Behörden auf elektronische Post umstellen, wo möglich.
  2. Vertrauensperson für den Briefkasten in Deutschland bestimmen.
  3. Vollständige spanische Adresse mit Postleitzahl, Etage oder Stellplatznummer notieren.
  4. Mit Vermieter oder Campingplatz klären, ob Pakete angenommen werden.
  5. Für die Kanaren: Zollregeln prüfen, wichtige Dinge lieber im Gepäck mitnehmen.
  6. Telefonnummer mit Ländervorwahl bei Bestellungen angeben, damit der Zusteller anrufen kann.

Mit diesen Vorbereitungen bleibt der Winter in Spanien das, was er sein soll: eine entspannte Auszeit, bei der die Post aus der Heimat zuverlässig ankommt.

Kommentar verfassen